„Ethik für Innovationen: Wie gelingt Technologie mit Verantwortung im 21. Jahrhundert?“
Am Donnerstag, 24. September 2026, haben die beiden Ethikkurse der Jahrgangsstufe12 unserer Schule an einer Tagung der Deutschen UNESCO-Kommission in Karlsruhe teilgenommen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung haben neue Technologien und die Frage gestanden, wie wir mit ihren Chancen und möglichen Risiken umgehen können.
Nach einer Begrüßung durch den Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, Dr. Roman Luckscheiter, und den Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, ist die Tagung mit einem ersten Einblick in die Wahrnehmung neuer Technologien gestartet.
Zu Beginn ist im Rahmen einer Blitzumfrage ein Meinungsbild des Publikums eingeholt worden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben dabei ihre persönlichen Hoffnungen und Befürchtungen im Hinblick auf neue Technologien eingebracht. Dabei ist deutlich geworden, dass technologische Entwicklungen mit großen Chancen, aber auch mit Unsicherheiten und Risiken verbunden sind.
Anschließend hat Constanze Scherz, stellvertretende Institutsleiterin des ITAS, über die Frage „Technologischer Wandel – Welche Zukunft wollen wir?“ gesprochen. Besonders interessant ist ihre Verbindung zwischen dem Märchen „Die Nachtigall“ von HansChristian Andersen und unserer heutigen Faszination für neue Technologien gewesen. Wie im Märchen hat auch das künstlich Geschaffene faszinieren und begeistern können. Gleichzeitig hat sich die Frage gestellt, was dabei verloren gehen kann und welche Bedeutung das Echte und Menschliche behalten soll.
Scherz hat deutlich gemacht, dass technischer Fortschritt nicht allein eine Frage der technischen Machbarkeit ist. Neue Technologien haben unseren Alltag und unsere Gesellschaft bereits stark verändert. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig damit auseinanderzusetzen, wie wir diese Technologien einsetzen wollen und welche Zukunft wir mit ihnen gestalten möchten.
Im zweiten Vortrag hat sich Prof. Dr. Matthias Kettemann den Quantentechnologien gewidmet. Diese können in Zukunft weitreichende Veränderungen für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft mit sich bringen. Gerade weil ihre Entwicklung noch am Anfang steht, ist es wichtig, sich bereits jetzt mit den damit verbundenen ethischen Fragen auseinanderzusetzen.
Eine zentrale Aussage des Vortrags ist gewesen: Jetzt ist die Zeit, eine „Ethik der Quanten“ zu entwickeln – bevor die Technologie auf den Markt kommt und bevor große und mächtige Akteure ihre Entwicklung maßgeblich bestimmen. Die Schülerinnen und Schüler haben dadurch einen Einblick in die Frage erhalten, wie ethische Leitlinien möglichst früh in technologische Entwicklungen einbezogen werden können.
In der anschließenden Kaffeepause haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei verschiedenen Thementischen die Möglichkeit gehabt, miteinander ins Gespräch zu kommen. Sie haben eigene Gedanken, Erfahrungen und Fragen eingebracht und unterschiedliche Perspektiven auf die Chancen und Herausforderungen neuer Technologien ausgetauscht.
Nach der Kaffeepause hat ein weiterer Beitrag das Thema Kunst und generativeKünstliche Intelligenz in den Mittelpunkt gestellt. Dabei ist die Frage aufgegriffen worden, wie sich durch den Einsatz von KI kreative Prozesse und unser Verständnis von Kunst verändern können.
Zum Abschluss hat eine Podiumsdiskussion stattgefunden. Im Mittelpunkt hat die Frage gestanden, wer die Regeln für die Nutzung von Künstlicher Intelligenz festlegen soll – auf nationaler Ebene ebenso wie auf internationaler Ebene – und wer die Verantwortung für den Umgang mit dieser Technologie trägt. Dabei ist deutlich geworden, dass die Gestaltung der technologischen Zukunft nicht allein eine Aufgabe von Entwicklerinnen und Entwicklern oder Technologieunternehmen sein kann. Auch Politik, Wissenschaft und Gesellschaft müssen sich mit diesen Fragen auseinandersetzen.
Die Tagung hat den beiden Ethikkursen einen vielseitigen Einblick in aktuelle technologische Entwicklungen gegeben und zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Ethikunterricht geboten. Besonders deutlich ist geworden: Technischer Fortschritt ist nicht nur eine Frage dessen, was möglich ist, sondern auch dessen, was wir als Gesellschaft wollen und verantworten können.
Text und Bild: Alessandra Monteverde (Ethiklehrerin)


