Amnesty - Briefmarathon

September 2016, Tschad. Der Blogger Tadjadine Mahamat Babouri (Mahadine) stellte einige Videos in Facebook, in denen er die Regierung kritisiert. Im Tschad ist die Korruption hoch, öffentliche Gelder fließen in die Taschen von wenigen und die wirtschaftliche Lage trotz Ölförderung sehr schlecht. Sofort wird er verhaftet und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er erkrankte im Gefängnis an Tuberkulose und braucht dringend Medikamente. Zusammen mit Amnesty bitten wir den Präsidenten Idriss Déby Itno, den Blogger Mahadine zu begnadigen. 264 Schüler haben hierzu Briefe unterzeichnet. Den Schülerinnen der UNESCO-AG war es wichtig, dass die ganze Schulgemeinschaft die Möglichkeit hat mitzuwirken. Deshalb erhielten auch Unterstufenschüler solche Briefe mit, damit sie diese in Absprache mit den Eltern unterzeichnen können. Sie übersetzten den Brief sogar ins Französische.
Im Tschad gibt es keine Meinungsfreiheit. Reporter und Journalisten werden für ihre regierungskritische Berichtserstattung verhaftet und Demonstrationen werden gewaltsam aufgelöst. 64 Soldaten, die sich weigerten, für den amtierenden Präsidenten zu stimmen, verschwanden spurlos. 49 Soldaten, die wieder frei kamen, berichteten von Folter, die restlichen 15 Soldaten sind weiterhin verschwunden.
Amnesty International wurde 1961 von einem Rechtsanwalt gegründet. Diese Nichtregierungs- (NGO) und Non-Profit-Organisation setzt sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein. Aufgrund solcher Briefe (urgent actions) und weiterem Einsatz kommen immer wieder politische Häftlinge frei, wie zum Beispiel auch der chinesische Künstler Ai Weiwei. Pablo Picasso zeichnete 1969 für Amnesty das berühmte Bild mit dem Gefangenen und der Friedenstaube (oben rechts). 1977 erhält Amnesty den Friedensnobelpreis. Jährlich gibt Amnesty einen Katalog über weltweite Menschenrechtsverletzungen – auch in Deutschland – heraus, der zunehmend von Journalisten und Politikern genutzt wird.

Axel Nothardt