Ein kurzer Blick in die UNESCO-Fachtagung in Goslar

Im Mai 2016 wurden wir in das nationale Netzwerk als mitarbeitende UNESCO-Projektschule (UPS) aufgenommen. Damit nehmen wir an den jährlichen Fachtagungen teil, bei denen sich die Schulkoordinatoren aller deutschen UPS treffen. Zur Auftaktveranstaltung begrüßte uns der ehemalige Präsident der Deutschen UNESCO Kommission Prof. Walter Hirche sowie der Bundeskoordinator der UPS Heinz-Jürgen Rickert im Kaisersaal des Schlosses „Kaiserpfalz“.

An den drei Tagen tauschten wir uns intensiv über unsere Projektarbeit aus. Dabei hörten wir spannenden Lösungen und Anregungen von Kollegen aus anderen Fachrichtungen, aus anderen Schularten und aus anderen Bundesländern. Wir reflektierten auch unsere eigenen Projekte und ordnen sie im Zusammenhang mit den anderen ein.

Die Festrede hielt dieses Jahr der Philosoph Bertrand Stern, der sich mit dem Thema „Ausbruch aus der Beschulung“ maßgeblich mit Zivilisations- und Schulkritik befasst. Er bevorzugt die freie Bildung dem Lernen in „Denkfabriken“, wie er Schulen nennt. Alles Wichtige im Leben, so argumentiert er, üben wir nicht sondern entdecken und praktizieren es. Gerade das Nachdenken über seine weitgehenden Forderungen wie die Abschaffung der Schulpflicht machen uns bewusst, wie wichtig es ist Schülerinnen und Schüler ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und auf üben zu verzichten. Diesen Ansatz findet sich als ein wichtiger Bestandteil unserer Projektarbeit wieder.

Ein Vertreter des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), wie früher radioaktive Abfälle aus AKWs über das Forschungskraftwerk Karlsruhe transportiert wurden, damit sie im Schacht Asse abgeteuft werden durften. Es drang jedoch Wasser in den Schacht ein und die Fässer korrodieren und der Stollen droht einzustürzen. Das BfS bereitet alles vor, um in den nächsten acht Jahren alle Fässer aus 500 m Tiefe zu bergen. Wahrscheinlich werden die Fässer dann wie die Castor-Behälter in Gorleben überirdisch gelagert, weil es kein Endlager gibt. Dann werden sie wie die in Gorleben sicher mit einer Plane vor Regen geschützt. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist überfällig!

Ergreifend war die szenische Lesung „Lampedusa – 3. Okt. 2013“. Schülerinnen trugen Berichte von Fischern vor, die vor Ort waren als ein Boot voller Flüchtlinge kenterte und versuchten Ertrinkenden und Ertrunkenen zu bergen. Ein Fischer berichtete zum Beispiel, dass er die von ihm geretteten einem Patrouillenboot übergeben wollte, damit er noch mehr Überlebende aufnehmen könnte. Die Patrouille wartete jedoch auf eine Anweisung Roms und zwang die Fischer zur Insel zu fahren. Einige Fischer wurden groteskerweise als Fluchthelfer verurteilt. Bilder der seeuntauglichen Flüchtlingsboote und eigens dafür komponierte Musik unterstützen die Lesung.

Der Referent vom Projekt „Luchs im Naturpark Harz“ berichtete wie gut die Hilfsmaßnahmen für die Fauna und Flora hier im Harz angeschlagen hat. Insbesondere wie gut sich der Luchs wieder ausgewildert hat. Der Todesstreifen und die Stasi-Abhörstation auf dem Brocken waren genauso wie Goethe und Heine Thema der Exkursion.

Axel Nothardt