Title: Gedenkfahrt nach Auschwitz
Author: Marie Capel
Published: 3. März 2026

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# Gedenkfahrt nach Auschwitz

 Veröffentlicht am 3. März 2026 von [Marie Capel](https://www.wagenburg-gymnasium.de/author/marie-capel/)

_„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die 
Zukunft nicht gestalten.“_ Helmut Kohl (1930-2017)

Unter diesem Leitgedanken stand unsere mehrtägige Fahrt nach Krakau und zur Gedenkstätte
des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Nach einer langen Busfahrt in Krakau angekommen, begaben wir uns unmittelbar in 
das historische jüdische Viertel der Stadt. Im Rahmen einer Führung durch die engen
Gassen des Stadtteils Kazimierz entdeckten wir Synagogen, Friedhöfe sowie das Gelände
des ehemaligen Ghettos. Auf dem Ghetto-Helden-Platz erinnern heute siebzig Stühle
symbolisch an die Verschleppung der jüdischen Bevölkerung in die Vernichtungslager.
Ebenfalls aufschlussreich war der Besuch der Schindler-Fabrik. Die Ausstellung schildert
eindrucksvoll die deutsche Besatzungszeit in Krakau und beleuchtet die bewegende
Geschichte des Unternehmers Oskar Schindler, welcher zahlreiche Jüdinnen und Juden
während des Holocaust vor der Deportation rettete, indem er sie in seiner Emaillewarenfabrik
beschäftigte. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es bedeutsam zu sehen,
dass es trotz der damaligen Umstände auch Menschen gab, die Mut bewiesen und Verantwortung
übernahmen.

Der Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz sowie des nahegelegenen Vernichtungslagers
Birkenau bildete zweifelsohne den emotionalen Höhepunkt der Reise. Bereits beim 
Betreten des Geländes durch das Eingangstor mit dem Schriftzug „Arbeit macht frei“
herrschte eine bedrückende Stille. Beim Rundgang durch die Backsteinbaracken, in
denen persönliche Gegenstände der Opfer wie Haare, Brille und Kinderschuhe zu sehen
waren, überkam uns ein Gefühl der Fassungslosigkeit, da die von den Nationalsozialisten
begangenen Gräueltaten auf erschütternde Weise greifbar wurden. Anschlieβend verlieβen
wir das Stammlager und gingen in Richtung Birkenau, wo wir bei eisiger Kälte und
frostigem Wind an den langen Gleisen vorbeiliefen, welche heute noch für die systematische
Verschleppung und Ermordung von Millionen Menschen stehen. Besonders die Weite des
Areals, die Reste der Baracken und die Ruinen der Gaskammern beeindruckten die Jugendlichen
nachhaltig. Letztendlich waren wir von der Begegnung mit einer Zeitzeugin, mit welcher
wir sprechen konnten, tief berührt. Zdzisława Włodarczyk war erst elf Jahre alt,
als sie am 1. August 1944 nach Auschwitz-Birkenau deportiert wurde. Als uns die 
mittlerweile 93-jährige Überlebende davon erzählte, wurde das Unvorstellbare vorstellbar.

Die Gedenkfahrt hat bei allen Beteiligten tiefe Spuren hinterlassen. Viele Schülerinnen
und Schüler berichteten von einem Gefühlswirrwarr aus Trauer, Wut und Hilflosigkeit.
Etliche äuβerten zudem ausdrücklich den Wunsch, sich aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus
und jegliche Form von Menschenfeindlichkeit einzusetzen. Die inhaltlich anspruchsvolle
und emotional herausfordernde Reise war für uns weit mehr als eine Studienfahrt.
Sie wurde zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem dunkelsten Kapitel der 
deutschen Geschichte, aus welcher wir Lehren ziehen müssen, damit sich solches Unrecht
niemals wiederholt.

Unsere Gedenkfahrt werden wir am **Mittwoch, den 25. März 2026** im Rahmen der Internationalen
Wochen gegen Rassismus sowohl den **Schülerinnen und Schülern ab Klasse 9** (5./
6. Stunde) als auch den **Eltern der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler** (19.00-
20.30) in der Schule präsentieren. Unter dem Namen „Auschwitz – unser Vermächtnis”
werden wir Musikstücke, Zeichnungen, Fotos und Filme darbieten und Reden halten.

**Wir möchten freundlich darauf hinweisen, dass diese Veranstaltung ausschlieβlich
der Schülerschaft und der Elternschaft der mitreisenden Schülerinnen und Schüler
vorbehalten ist. Es handelt sich nicht um eine öffentliche Veranstaltung**.

Text und Bilder: Caroline Blangero und Axel Nothardt

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