Aktion gegen Sexuelle Gewalt — Kobra

„Das bleibt ein Geheimnis zwischen uns beiden. Du willst doch auch, dass wir Freunde bleiben.“ Mit solchen Sätzen manipulieren Täter*innen nach einer sexuellen Gewalttat die Betroffenen. Zu oft suchen diese die Schuld bei sich selbst oder schämen sich, weil sie sich missbrauchen ließen, weshalb zu wenige Hilfe suchen. Im Schnitt müssen sie 7 Personen ansprechen, bevor eine die Courage hat ihr oder ihm zu helfen.

Prävention kann helfen, dass sich Betroffene wehren können, bevor es zum Übergriff kommt, dass Betroffene professionelle Hilfe aufsuchen und dass dritte Courage zeigen. Deshalb hat die Aktion Courage unter der Leitung von Carlotta und Nina Referenten von der Beratungsstelle Kobra eingeladen, einen Vortrag für die Schüler*innen aus den Klassen 7 bis 10 zu halten.

Wir erfuhren, dass sexuelle Gewalt auch ohne Anfassen stattfinden kann. Wenn z.B. jemand gegen deinen Willen dir Nacktbilder oder Sexfilme zeigt, sexuelle Handlungen an sich selber ausführt, dich anstarrt, dich zum Ausziehen auffordert oder sexuelle Dinge (du hast einen knackigen Po, du siehst geil aus, etc.) zu dir sagt. Zwei Drittel der Betroffenen sind Mädchen und ein Drittel sind Jungen.

Derzeit finden 90% der Übergriffe im Bekanntenkreis statt (Familie, Nachbar, Lehrer*in oder jemand im Verein oder in der Kirche). Wenn es dir in Bekanntenkreis passiert, hast du es besonders schwer, da du davor der Täterin oder dem Täter vertraut hast. Diejenigen die du ansprechen könntest, werden meist den Fall herunterspielen, da sie selbst mit derjenigen oder demjenigen befreundet sind. Du fürchtest dich dann auch ganz aus dem ganzen Kreis ausgeschlossen zu werden. Es ist jedoch sehr wichtig, dass du dich jemandem anvertraust, nachdem dir solche Dinge widerfahren sind. Wenn du dich an Valerie oder an eine kostenlose Beratungsstelle wie Kobra wendest, kannst du gerne eine*n Freund*in, einen Elternteil oder eine*n Lehrer*in mitnehmen.

Axel Nothardt