Gedenktag Reichspogrom 1938

„Und die Scheiben zersprangen wie Kristalle“

Die Gedenkgruppe erinnerte in einer Vollversammlung zum 80. Jahrestag des Pogroms an die jüdischen Schülerinnen und Schüler, die unsere Schule im 3. Reich verlassen mussten. Nora (K2) spielte auf ihrer Klarinette zwei Klezmerstücke, wobei es ihr gelang ihr Instrument in passender Weise aufjauchzen zu lassen.
Der Vortrag und die Musik von der Vollversammlung ging einem nicht mehr aus dem Kopf. Ungläubig begleitete er uns den weiteren Tag und ließ uns über das Schicksal dieser Schülerinnen und Schüler reflektieren. Das Gefühl betroffener Stille breitete sich aus, in Gedenken an die Lage der Kinder unserer Schule, genau hier vor 80 Jahren. Auch die Bilder der Show von der Verwüstung der jüdischen, nicht arischen Läden, der Synagogen und der nicht geduldeten Einrichtung, schockierte uns. Die tausende Scherben hatten nichts mit Kristallen gemein, weshalb ich zukünftig nicht mehr das Wort „Reichskristallnacht“ verwenden werde, das die Nazis zum Hohn erfanden.
Die 9. Klassen waren in der Stadt unterwegs, waren an den Orten, an denen damals die unvorstellbare Zerstörung stattgefunden hat.
Es waren die Straßen, in welchen wir alltäglich vorbeilaufen, einkaufen oder eine schöne Zeit verbringen und in genau diesen Häusern arbeiteten und lebten vor 80 Jahren junge jüdische Leute. Der Referent erzählte so gut, dass wir uns selbst in die Zeit vor dem 9. November versetzen konnten, als ob wir dabei gewesen wären, und das Leben gleichaltriger miterleben konnten.
So war es interessant, mit den Orten verbunden zu sein.
Erst wenn wir verstehen, was damals bestimmten Menschen untersagt war, können wir schätzen, welche Freiheiten wir heute haben.
Als verbotene Kultur zu leben, verfolgt und sich in ständiger Angst zu befinden, dass jederzeit das schlimmste Vorstellbare Realität werden könnte und dass niemand einem Schutz bieten würde. Auch eine völlig andere, verschwiegene Atmosphäre war es, als wir vor einer halb zerstörten Synagoge standen, die nunmehr als Denkmal dient, in Erinnerung an eine furchtbare Zeit und eine vernichtende, schicksalsreiche Nacht vor 80 Jahren.

Marie Bonhomme

Herzlich Willkommen liebe Schulgemeinschaft,

Heute ist ein besonderer Tag. Es ist ein „Gedenktag“: Ein Tag des Nach-denkens und Erinnerns. Ein Tag, an dem sich Deutschland und die Welt an die Verbrechen des Nationalsozialismus der Jahre 1933 bis 1945 erinnern.
Am 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. Im ganzen damaligen Deutschen Reich. Der 9. November ist der Tag, an dem organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand setzten. Es ist der Tag, an dem tausende Juden misshandelt, verhaftet oder getötet wurden. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zu einem der größten Völkermorde in der Geschichte der Menschheit. Am 9. November 2018 jähren sich die Verbrechen zum 80. Mal. Reichspogromnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich. Dabei wurden am 9.November 1938 etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. Heute haben wir uns hier versammelt um zu erinnern.
Eine Arbeitsgruppe , bestehend aus Lehrern und Schülern der 10. Bis zur 12. Klassenstufe, wurde gegründet um mehr über dieses Thema zu erfahren und gegen alle nationalsozialistischen Rassenideologien anzutreten. Unser Ziel ist es zu erinnern, und ein Zeichen zu setzten. Deshalb haben wir uns heute hier versammelt. Wir möchten mit euch allen gemeinsam an diesen 9.November erinnern.
Am 27. Jan. 2015 versammelte sich die Schulgemeinschaft auch um der Schülerinnen und Schülern zu gedenken, die während der Zeit des Nationalsozialismus unsere Schule verlassen mussten. 13 jüdische Schülerinnen und Schüler mussten die Wagenburg-Schule verlassen, weil sie Juden waren und ein Schüler wurde aus politischen Gründen verwiesen. Dafür wurde auch das große Spiegel Denkmal entworfen, welches ihr bestimmt schon gesehen habt und euch gefragt habt wofür es steht.
Wir erinnern, um aus dem zu lernen, was einmal war. Wir erinnern, damit ein solch menschenverachtendes System nicht wieder in Gang gesetzt wird. Wir wollen zeigen, dass rassistische und nationalsozialistische Thesen hier keinen Platz mehr finden. Wir erinnern, damit an dieser Schule kein Schüler mehr ausgeschlossen wird, weil er „anders“ ist oder als anders wahrgenommen wird. Mit unserem Gedenken möchten wir als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein Zeichen gegen Rassismus und jegliche Form der Diskriminierung und Ausgrenzung setzen. Wir erinnern, damit jeder von uns, Lehrer wie Schüler, die Courage zeigt, sich Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzusetzen.
In diesem Sinne wollen wir nun auch davor warnen, Vorurteile zu schüren und gegen Minderheiten zu hetzten. In diesem Sinne setzten wir ein Zeichen gegen den Populismus und Rassismus, welcher aktuell in Deutschland auf erschreckende Weise wieder erstarkt. So etwas dürfen wir nicht zulassen. So etwas werden wir nicht zulassen. Nie wieder.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit
Katharina (K1)

Die Reichspogromnacht 1938 in Stuttgart

1. Was ist eigentlich ein „Pogrom“?
Das Wort Pogrom stammt aus dem russischen und bedeutet so viel, wie Zerstörung oder Verwüstung, also im allgemeinen gewaltsame Ausschreitungen gegen eine bestimmte Gruppe in der Gesellschaft, in diesem Fall gegen Juden.Der Begriff Kristallnacht bezieht sich auf die verstreuten Glasscherben vor zerstörten Einrichtungen und Läden.

2. Einführung in den historischen Hintergrund
Ich erzähle euch jetzt etwas über den historischen Hintergrund in der Zeit des Nationalsozialismus.
Die NSDAP also die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei war seit Juli 1932 die stärkste Partei im deutschen Reich gewesen. Adolf Hitler war der Parteiführer der NSDAP und seit Januar 1933 Reichskanzler. Zu der Zeit des Nationalsozialismus waren überall im deutschen Reich Nationalsozialisten in den Spitzenpositionen. Beispiele für diskriminierende Gesetze gegen Juden waren z.B, dass Juden seit 1935 keine deutschen Staatsbürger mehr und durften keine deutschen Staatsbürger mehr heiraten. Außerdem hatten sie seit 1936 kein Wahlrecht mehr.
Am 07.11.1938 übte der 17-Jährige polnische, in Paris lebende Jude, Herschel Grynszpan ein Attentat aus. Als er erfuhr, dass seine Familie vertrieben worden war, besorgte er sich einen Revolver und erschoss aus Rache einen deutschen Diplomaten. Die Allgemeinheit der der Juden wurde für das Attentat verantwortlich gemacht. Die Bevölkerung wurde zum Volkszorn aufgehetzt, als Rache und Kollektivstrafe für die Juden. Der Reichspropagandaminister und Vertrauter Hitlers, Joseph Goebbels, hielt eine Hetzrede gegen die Juden, dadurch entstand der Reichspogrom.

3. Zeugenbericht

Peter Huber war ein Stuttgarter und lebte von 1920-1943. Er starb mit nur 23 Jahren. Mit 18 Jahren, am 11.11.1938, schrieb er einen Brief an seine spätere Frau über die Reichspogromnacht in Stuttgart, die er miterlebt hatte.
Ich lese euch jetzt einen Ausschnitt aus diesem Brief vor.
„Wie ich gestern Morgen mit der Straßenbahn durch die Königsstraße, die Stuttgarter Haupt- und Prachtsstraße, fuhr, sah ich überall dicke Menschenknäuel herumstehen und in etwa zehn bis zwanzig jüdischen Geschäften, das sind alle die dort sind, waren sämtliche Scheiben, Schaufenster, Türen usw. radikal zertrümmert oder höhere Fensterscheiben mit Steinen eingeworfen. Es sah fürchterlich aus , die ganze Prachtstraße entlang Trümmerhaufen als ob die Tschechen hier gewütet hätten. Weit und breit keine Polizei und in der Hospitalstraße alles schwarz von Menschenmassen. Dort brannte seit drei Uhr in der Nacht lichterloh die Synagoge, während die Feuerwehr sich nur bemühte, die Nachbarhäuser zu schützen. [...] Ununterbrochen wurden mit Lastwagen verhaftete Juden eingeliefert! Man hätte meinen können, es sei in der Stadt ein Aufruhr ausgebrochen. Mittags nach der Schule ging ich nochmal durch die Königsstraße [...], [die], 30 Meter breit (!), bis auf einen schmalen Schlauch von fünf bis zehn Meter völlig verstopft war von hunderten Menschen, die mit Ärger oder Vergnügen oder bloß Neugierde zusahen. Nachher setzten sich die Kerle in ihren Geländewagen und fuhren ab. Das Ganze ging unter absoluter Duldung der Polizei vor sich. Schüler des Eberhard-Ludwig-Gymnasiums gingen in der Pause (!) zu einem unbedeutenden jüdischen Tabakgeschäft in einer Seitenstraße, neben dem ein Polizist stand und warfen die Fensterscheiben ein. Der Polizist rührte keinen Finger! [...] Da kann man nur eines sagen: Pfui Teufel, pfui! Erstaunlich ist, dass sämtliche (!) Synagogen in Stuttgart, Württemberg, Berlin, ja fast in ganz Deutschland, in derselben Nacht , auf einen Schlag, fast zur gleichen Zeit in Brand gesteckt wurden, dass überall die Gestapo vorher die Akten vorher rausgeholt hatte, dass überall die Feuerwehr nicht löschte, sondern nur die Nachbarschaft schützte und dass systematisch sämtliche jüdischen Geschäfte innerhalb weniger Stunden wie nach einem aufgezeichneten Plan zerschlagen wurden. Und da wagen sie noch, in der Zeitung von spontanen, also plötzlichen, aus dem Volke herauskommenden, Taten und Demonstrationen zu reden! Pfui Teufel, pfui! Wer das glaubt, ich hab ja gesehen, wie das hier in Wirklichkeit zuging.

4. Folgen der Reichspogromnacht

Nach der Reichspogromnacht folgten zahlreiche judendiskriminierende Gesetze und Verordnungen, wie z.B. der Führerscheinentzug, das Verbot des Leiten eines Handels oder Handwerkbetriebe, das Verbot von Kino und Theaterbesuchen oder auch die zeitliche Aufenthaltssperren für Juden in der Öffentlichkeit. Außerdem durften Juden keine Radios besitzen, kein Telefon, durften keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen und durften keine Tiere halten.
Die Geschädigten mussten selbst für ihre Verluste bei der Reichspogromnacht aufkommen, was dazu führte das viele Juden versuchten zu emigrieren und Deutschland zu verlassen.
Dies waren erstmals massive und brutale Gewalten gegenüber Juden, was in den Völkermord der europäischen Juden mündete.

Lara (10a); Maria (10a), Lene (K1) und Jasmina (K1)

Blick auf den Spiegel

Jeder von euch hat bestimmt schon mal einen Blick auf den Spiegel an der Treppe zwischen dem 2. und 3. Stock geworfen. Wir werden euch nun erklären was es mit dem Spiegel an der Treppe auf sich hat. Er ist den 14 Schülerinnen und Schülern gewidmet, die die Wagenburgschule in der NS-Zeit verlassen mussten, weil sie Juden waren. Aus Anlass des 100-jährigen Schuljubiläums 2014 haben Herr Hiller, ein ehemaliger Wagenburg-Schüler, und Eltern von Schülern in verschiedenen Archiven recherchiert. Wir möchten euch erzählen, was sie über die jüdischen Schüler der Wagenburgschule herausgefunden haben.
Die Wagenburgschule bestand in der NS-Zeit aus einer Grund- und einer Realschule. Die Grundschule besuchten bis 1938 mindestens 12 sogenannte „volljüdische“ Kinder (mit 4 jüdischen Großeltern), und 2 sogenannte „halbjüdische“ Schüler (mit 2 jüdischen Großeltern). Für ihr Leben hatte die Reichspogromnacht erhebliche Folgen.
Hier auf dem Plakat über uns seht ihr die Namen von einigen von ihnen. Von 3 von ihnen haben wir auch ein Foto, das ihr hier seht: das ist die 1. Klasse der Wagenburg-Grundschule von 1936. Da seht ihr Susanne Mainzer in der 1. Reihe, Marianne Stern in der 2. und Leonore Engländer in der 3. Reihe. Es ist eine reine Mädchenklasse, weil Jungen und Mädchen damals getrennt unterrichtet wurden. Wir erzählen euch gleich, was mit den 3 Mädchen passiert ist.
5 der jüdischen Schüler unserer Schule hatten sie schon 1935, also bevor das Foto entstand, die Wagenburg-Grundschule verlassen müssen. Sie wechselten zur jüdischen Schule in der Innenstadt. Die Schule war im gleichen Gebäude wie die Synagoge in der Hospitalstr. 26. Diese Schüler waren Ilse Opatowski (geboren 1925), Helga-Friederike Riese (geboren 1926), Gabriele Grünwald (geboren 1925), Kurt Westheimer und Werner Josef Koburger.

Als sich die judenfeindlichen Maßnahmen 1938 zuspitzen, flohen die 5 mit ihren Familien aus Deutschland. Die 13-jährige Gabriele Grünwald emigrierte schon im Februar 1938 mit ihrem Bruder Peter und ihren Eltern in die USA, und anschließend nach Brasilien. Werner Josef Koburger wanderte 2 Wochen nach der Reichspogromnacht, im Alter von 14 Jahren, mit seinen Eltern in die USA aus. Die 12-jährige Helga Riese floh 3 Wochen nach der Reichspogromnacht mit ihrer Familie in die USA. Die 13-jährige Ilse Opatowski floh 8 Wochen nach der Reichspogromnacht, am 4. Januar 1939, mit einem Kindertransport nach England.
1938 verließen auch die übrigen jüdischen Schüler die Wagenburg-Schule. Der 8-jährige Franz-Dieter Wolff verließ die Wagenburg-Grundschule im September 1938 kurz vor der Reichspogromnacht. Einen Monat später im Oktober 1938 verließ der 8-jährige George Alexander die Wagenburgschule. In der Reichspogromnacht verlor seine Familie dann ihre Existenzgrundlage: das Korsettgeschäft seiner Mutter in Mannheim wurde angezündet. Er floh mit seinen Eltern im Dezember 1938 in die USA. Um Deutschland verlassen zu dürfen, musste die Familie fast 50.000 Reichsmark bezahlen. Alle Juden, die aus Deutschland fliehen wollten, mussten so eine „Judenvermögensabgabe“ zahlen. Die Nationalsozialisten behaupteten, dass die Juden angeblich eine „feindselige Haltung […] gegenüber dem deutschen Volke“ hätten, und deshalb eine Strafe zahlen müssten.
Die beiden Väter von Kurt Westheimer und Siegbert von Wien, wurden beide in der Reichspogromnacht verhaftet und ins KZ Dachau gebracht, wo sie misshandelt wurden. In Dachau machten die Nationalsozialisten Isidor Westheimer ein Angebot: sie würden ihn aus dem KZ entlassen, wenn er eine Erklärung unterschreiben würde, dass er und seine Familie aus Deutschland verschwinden würde. Er hat unterschrieben und wurde nach 2 Monaten Misshandlung und seiner Frau nach Großbritannien. Der Vater von Siegbert wurde ebenfalls mit schweren psychischen Trauma nach 1 Woche entlassen und tauchte danach mit Hilfe holländischer Widerstandskämpfer in den Niederlanden unter.
6 Tage nach der Reichspogromnacht wurde es allen jüdischen Schülern in Deutschland verboten, öffentliche Schulen zu besuchen. An der Wagenburg-Schule betraf das die 3 Mädchen auf dem Foto: Susanne Mainzer, Marianne Stern und Leonore Engländer. Alle 3 Mädchen flohen danach mit ihren Familien aus Deutschland. Susanne wurde im Januar 1939 zuerst allein nach England geschickt; ihre Familie kam später nach. Marianne und Leonore flohen 1940, 6 Monate nach der Reichspogromnacht, zusammen mit ihren Familien nach England und die USA. Sie sind dem Völkermord gerade noch rechtzeitig entkommen.
Alle jüdischen Familien der Wagenburg-Grundschulkinder, von denen wir wissen, gelang zwischen 1938 und 1940 die Flucht aus Deutschland. 9 von ihnen verschlug es in die USA, 2 nach London, und eine Familie nach Brasilien. Ob es weitere jüdische Schüler gab, denen die Flucht nicht mehr rechtzeitig gelang, kann man leider nicht ausschließen.
Die beiden sogenannten „halbjüdischen“ Schüler, Siegbert van Wien und Christophorus von Eiff, flohen nicht, sondern blieben in Deutschland. Sie überlebten trotz zahlreicher Schikanen und Misshandlungen. Christophorus von Eiff erhielt 1942 einen Brief von der Wagenburg-Realschule, in dem die Direktion ihm mitteilte, dass er die Schule zu verlassen hätte.
Am 27. Januar 2015 wurde das Spiegel-Denkmal in unserer Schule eingeweiht. An diesem Tag versammelte sich die Schulgemeinschaft, um den Schülerinnen und Schülern zu gedenken, die während des Nationalsozialismus unsere Schule verlassen mussten. Am 27. Januar wird daran erinnert, dass die russische Armee 1945 die Häftlinge des Konzentrationslagers Auschwitz befreit hat. Schon 2015 wollten wir mit unserem Gedenken als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ein Zeichen gegen Rassismus und jegliche Form der Diskriminierung setzen.
Das Spiegel-Denkmal besteht aus 2 Platten, die vor einem Spiegel befestigt sind. Auf die Platten sind sieben Silhouetten gesprüht. Zusammen mit den Spiegelbildern ergibt sich für jeden der 14 Schüler eine Silhouette. Wenn wir uns in oder zwischen den Silhouetten spiegeln, werden die Schüler wieder symbolisch in unsere Gemeinschaft zurückgeholt, und die Vergangenheit wird durch den Spiegel mit der Gegenwart verbunden. Wenn wir kurz vor dem Denkmal verweilen und uns zwischen den Schülern spiegeln, können wir reflektieren, wie wir als Mitschüler, Lehrer oder Eltern gehandelt hätten oder wir können versuchen uns vorzustellen, wie es den jüdischen Schülern damals erging.
Oumar und Ele (10a)