„Da sind Papageien“,

dürften am 5. Februar so einige Klassen gerufen haben, als die Gelbkopfamazonen in den Kronen der Platanen am Wagenburg-Gymnasium mit ihren scharfen Schnäbeln die langen Stiele der Früchte durchtrennten. Ein wahrer Hagel von Früchten ließen die fast 50 Papageien auf die Straße und die parkenden Autos niedergehen. In ihrer Heimat in Mexiko sind die Gelbkopfamazonen vom Aussterben bedroht, obwohl sie ein beliebtes Haustier sind oder gerade deshalb. 1984 war in Stuttgart eines dieser Haustiere ausgebrochen und hat sich bei der Wilhelma den anderen Papageien anschließen wollen, was die Gitter der Volieren nicht zuließen. Einem Gerücht zufolge hat wohl aus Mitleid ein Tierpfleger dem Männchen eine Partnerin im Zoohandel gekauft und in seiner Nähe ausgewildert, was nicht ganz legal war. Mit Erfolg. Schon zwei Jahre später zogen die beiden fünf Junge in den Baumhöhle einer alten Platane im Rosensteinpark groß. Mittlerweile ist der Schwarm auf über 50 Tiere angewachsen. Die in Stuttgart meist milden Winter überdauern sie teils in Unterführungen. Wenn die Früchte der Platanen im Rosensteinpark nicht mehr ergiebig sind, kommen die Amazonen über den Park der Villa Berg bis zum Wagenburg-Gymnasium geflogen, und erfreuen uns dort mit ihren exotischen Rufen und ihrem grünen Gefieder, das nur am Kopf gelb ist.