UNESCO-Sommercamp

Das diesjährige UNESCO-Sommercamp fand im Berufsbildungswerk Neckargemünd (BBWN) statt. Zusammen mit Marielle (10b), Anne-Sophie (10b) und Herrn Nothardt fuhren wir am Montagmorgen nach Neckargemünd. Dort angekommen waren wir von der Größe des Gebäudekomplexes sehr beeindruckt. Hier haben auch körperlich und geistig eingeschränkte Menschen die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Die Ausbildungswerkstätten, das Gebäude und die ganze Umgebung sind auf sie eingestellt. Die perfekt ausgestatteten Werkstätten locken auch Jugendliche ohne Funktionseinschränkung an. Auf dem Weg durchs Treppenhaus sahen wir eine orangefarbene Rutsche, mit der man von einem Stockwerk ins nächste rutschen kann. Sie dient eigentlich zur Evakuation des Gebäudes im Brandfall. Positiv überrascht waren wir auch von der sehr gut ausgestatteten Aula und der Mediathek, die zum Stöbern einlädt. Nach der Auftaktveranstaltung, bei der wir herzlich begrüßt wurden und erste Kontakte knüpfen konnten, bekamen wir eine Führung durch das Haus und lernten viel über das Konzept des BBWN.
Nach einer Nacht auf dem ortsansässigen Campingplatz begannen unsere Projekte.
Als erstes hatten wir uns für einen Face-to-Face-Austausch mit Flüchtlingen eingetragen, die in einer Vorbereitungsklasse am Bildungswerk teilnahmen. Wir konnten uns gegenseitig verhältnismäßig persönliche Fragen stellen. Es war spannend zu erfahren, was sie schon alles erlebt haben und weshalb sie jeweils ihr Land verlassen haben. Bedrückend war es zu erfahren, dass einige nach ihrer Anhörung weit über ein Jahr nicht gehört haben, ob sie anerkannt werden. In dieser Ungewissheit doch noch abgeschoben zu werden, gaben diese Jugendlichen alles, um die deutsche Sprache zu lernen und eine Ausbildung abzuschließen.
Unser zweites Projekt war eine Rallye durchs Schulhaus, bei der wir uns nicht nur einmal in dem riesigen Gebäudekomplex verliefen. Ein gemeinsamer Grillabend bei einem Baumhaus, der eine weitere Austauschmöglichkeit bot, rundete den Tag ab. Beim Schachspiel mit den Flüchtlingen erfuhren wir, dass einige persisch sprechen konnten, da sie schon im Iran gearbeitet hatten. Allerdings wurden sie dort von der Polizei aufgegriffen und sofort in ihr jeweiliges Heimatland abgeschoben.
Der schulübergreifende Austausch war sehr aufschlussreich; alles war sehr gut organisiert und wir haben die Mühe gespürt, die dahintersteckte. Es war eine sehr schöne, lohnenswerte Erfahrung, von der wir viel mitnehmen.

Amélie, Jasmina (9c)