Shay Cullen

Wir schreiben das Jahr 1969. Amerikanische Soldaten kehren von ihrem Einsatz im Vietnam zu ihrer Basis in der Subic Bay (Philippinen) zurück. Sie werden von den entsetzlichen Bildern der Opfer des Krieges und des Entlaubungsmittels Agent Orange verfolgt. Einige versuchen sie in den Sexbars der nahegelegenen Stadt Olangopo zu vergessen. Nur wenige Philippiner stört es, dass die ausgebeuteten Mädchen noch minderjährig sind. Die korrupte Polizei schaut nicht nur weg sondern hilft den Ausbeutern auch noch. Pater Shay Cullen wurde im selben Jahr von seinem Orden des Heiligen Columban als Missionarspriester dorthin entsandt. Er setzt sich für diese Mädchen ein, wobei er auch schon 12 jährige mit Syphilis antraf. 1974 baut er das Schutzzentrum PREDA auf, um den traumatisierten Mädchen eine neue Zukunft zu geben. Immer wieder gelingt es ihm Straßenkinder, die wegen dem Klauen von kleinen Mengen Metall ohne Verhandlung für Monate verhaftet wurden, zu sich aufzunehmen, bis das Verfahren gegen sie eingestellt wird. Unsere 9. Klassen lauschten zwei Stunden lang gebannt den Berichten des irischen Paters, der gerade durch Deutschland reist. Auf die interessierten Nachfragen der Schüler antwortete er, dass die Militärbasis aufgrund seines Wirkens geschlossen wurde, dass der Sextourismus leider weiterhin boomt. Auch mit siebzig Jahren legt sich Shay Cullen fast jeden Tag mit der Verwaltung an, die von den Barkeepern genauso wie die Polizei geschmiert wird. Bereits zwei Mal wurde er für sein Engagement für den Friedensnobelpreis nominiert.

Rosalie, Lilli, Clara und Anna betreiben nun in Kooperation mit dem Weltladen Gablenberg fairen Mango Verkauf im ehemaligen Karzer des WBGs. Der Gewinn kommt PREDA zu Gute. Shay Cullen erfreute der Wandel vom Karzer zum Fairtrade-Laden. Doch hielt er beim Betreten kurz inne und lauschte den längst vergangen Klagen der einst eingesperrten Schüler. Im neuen Schuljahr werden sie weiterhin Mango-Monkeys, Kokosnuss-Mango-Bällchen, getrocknete Mangos und Apfel-Mango-Saft verkaufen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Margret Eder vom Weltladen Gablenberg bedanken, die den Besuch organisierte sowie uns mit fairen Mangoprodukten versorgt.