"Schau Hin - Misch dich ein"

Als die Gruppe Diversité in die Seiten griff und der Sänger auf das Fell seiner Djembe eintrommelte, begannen die Schülerinnen und Schüler sofort mitzuklatschen und versuchten die Melodie, die von der Posaune harmonisch abgerundet wurde, mitzusummen. Bemerkenswert legte der Bandleader mit einem Schuhplattler los, den er dann in den traditionellen afrikanischen Gumboot übergehen ließ. Anschließend wurde auch das Publikum aus Schülern und Lehrern zum Tanz auf die Bühne gezogen. Die Stimmung zu unserem 10-jährigen Jubiläum „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ war perfekt. An dieser Stelle ein Dankeschön an die Landeskoordination von "Schule ohne Rassismus" und an unsere SMV, die diese Projekttage finanziell unterstützt haben.

Frau Schäfer führte mit Schülerinnen eine Performance auf. Mit Papiertüten auf den Kopf warfen sie sich Vorurteile an den Kopf wie „Abteilungsschüler sind alle arrogant“ oder „Homosexuelle sind eklig“. Dann gingen sie aufeinander zu und prallten wörtlich mit ihren Anschuldigungen aufeinander. Sie rissen sich gegenseitig die Tüten vom Kopf, forderten sich auf, die Augen zu öffnen und hielten Schilder mit den Worten „Schau Hin – Misch dich ein“ hoch.

Die Gruppe „Aktion Courage“ der SMV organisierte gemeinsam mit Lehrern am 11. Mai diesen Projekttag, der gleichzeitig für den 11. Internationalen Projekttag der UNESCO-Projektschulen stand.

Unsere Schule bot für jede Stufe drei bis vier verschiedene Projekte an, von denen sich jeder Schüler eines aussuchen konnte. Die Gebiete, die dort behandelt wurden, waren sehr unterschiedlich, von der Flüchtlingsproblematik bis hin zum Waffenhandel und anderen Workshops wie Tanzen für Toleranz.

Bei einem Architekturprojekt entwickelten Zehntklässler Unterbringungen für Flüchtlinge in Großräumen. Statt Bette nebeneinander aufzustellen, ist es auch möglich, periodische Muster und Trennwände zu erstellen, um mehr Privatsphäre und weniger Sterilität zu ermöglichen. Ziel ist es außerdem, die Unterkünfte farbenfroher und freundlicher zu gestalten.

Eine andere Gruppe besuchte beispielsweise den Weltladen Gablenberg und gestaltete über diesen Plakate. Andere Schüler machten bei der Obdachlosen-Organisation „trott.war“ eine alternative Stadtführung, „jenseits von schön und teuer“. Das Besondere war, dass der Stadtführer die Gruppe an Plätze brachte, an denen er selbst einige Zeit verbracht hatte. Beispiele dafür waren Einrichtungen der Wohnungslosen- und Suchtkrankenhilfe. Dadurch lernten die Schülerinnen und Schüler die Stadt aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen.

Auch Bimamisa, der Bandleader von Diversité, leitete ein Projekt. Er schaute mit seiner Gruppe den Film „La Pirogue“ und erzählte in diesem Zusammenhang von seiner eigenen Flucht aus dem Kongo. Der Tänzer brachte den Schülerinnen und Schülern auch den zu Beginn beschriebenen afrikanischen Tanz bei. In einem Projekt haben Schülerinnen gemeinsam mit Flüchtlingskindern gebastelt, geschminkt und Waffeln gebacken.

um Einstimmen auf den Projekttag baute die UNESCO-Gruppe eine Blackbox und stellte diese im Schulhaus auf. Diese „Box“ symbolisierte ein Boot auf dem „Meer“ mit angekleideten Schaufensterpuppen, die Flüchtlinge darstellten. Im Hintergrund waren Gedankenblasen zu sehen. Auf diesen waren Gründe, weshalb die Flüchtlinge fliehen und Wünsche, die sie sich erhoffen, abgebildet. Dies diente dazu, die Schüler auf die Flüchtlingsproblematik aufmerksam zu machen.

Jede Gruppe bekam symbolisch ein Teil einer Holzplatte, auf die zuvor ein Auge gemalt wurde. Dieses Stück Holz sollte jede Gruppe so gestalten, dass es etwas mit dem am Tag behandelten Thema zu tun hatte. Die verschiedenen Teile des Auges werden bei der nächsten Schülervollversammlung wieder zusammengesetzt und aufgehängt, damit wir uns an die Bedeutung dieser Themen erinnern – „Schau hin! Misch dich ein!“

Lisa, Mathilde, N. Zimmermann, A. Nothardt