Das Projekt „Flüchtlinge“ der Klasse 7c

Durch einen Text im Deutschbuch kam im Herbst vorigen Jahres in der Klasse 7c eine Diskussion über Armut und Kriege in der Welt und die damit verbundenen Flüchtlingsströme nach Europa auf. Wir beschlossen daraufhin, in Stuttgart lebende Flüchtlinge zu besuchen und auch materiell etwas für sie zu tun.
Der Kontakt zum Flüchtlingsheim auf dem Areal des Bürgerhospitals gelang über eine Mitarbeiterin der Caritas, die für ehrenamtliche Mitarbeiter zuständig ist und uns zwei Treffen am Nachmittag ermöglichte.
Da sie Werbung für unsere Begegnung gemacht hatte, trafen wir im großen Sitzungsraum des Heims auf eine bunt gemischte Gruppe von Flüchtlingen: Kinder, Jugendliche, Mütter mit Babys und Erwachsene aus verschiedenen afrikanischen Ländern, aus Syrien, aus Afghanistan und aus Ländern, die vormals zur Sowjetunion gehört hatten kamen ganz schnell und unkompliziert ins Gespräch mit den Schülern vom WBG. Diese gingen mit großer Neugier und Offenheit, ohne jede Berührungsängste und in drei Sprachen auf die Flüchtlinge zu und es entstand durch ihre fröhliche Art schnell eine gute Atmosphäre. Am einfachsten waren die Begegnungen mit den Kindern und Jugendlichen: die Jungs fingen ein fröhliches Fußballspiel an und die Mädchen spielten allerlei Spiele zusammen auf dem Gelände des Bürgerhospitals. Es entwickelten sich aber auch sehr ernste und nachdenklich machende Gespräche über die Gründe und Umstände der Flucht aus den jeweiligen Heimatländern mit den Erwachsenen.
Am WBG organisierte die Klasse dann eine Spendenaktion für die Flüchtlinge und ging durch die Klassen, um möglichst viele Schüler und Lehrer zu erreichen. Das Resultat nach nur wenigen Tagen war sehr beeindruckend: insgesamt drei volle Ladungen eines kleinen Transporters konnten wir als Unterstützung für viele Menschen, die mit nichts hier in Deutschland nach einer langen, gefährlichen und entbehrungsreichen Flucht ankommen, spenden! Für diese Großzügigkeit möchten wir uns bei allen, die gespendet haben, recht herzlich bedanken!
Hoch erfreulich war abschließend die Rückmeldung der Caritas: es würden immer wieder Klassen zu solchen Treffen kommen, doch noch nie hätte es eine Gruppe geschafft, so schnell und unkompliziert und mit einer solchen Fröhlichkeit Abwechslung in den tristen Alltag der Flüchtlinge zu bringen.
Als Projektabschluss sahen wir uns den Film „Fremd“ von Miriam Fassbender an und werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aus dem Flüchtlingsheim einen Nachmittag im Killesbergpark verbringen. Philipp Hackert