Vieles haben wir bereits erreicht.....

Stärkung und Förderung von Jungen

Beginnend mit dem neuen Schuljahr 2015/2016 möchten wir Elternvertreter eine Offensive zur Stärkung und Förderung von Jungen starten. Als Startschuss für unser Anliegen konnten wir für ein Implusreferat im Januar 2016 den sehr renommierten und in Fachkreisen angesehenen Psychologen, Psychotherapeuten und Experten für Jugendgewalt Prof. Dr. Allan Guggenbühl gewinnen. Den Flyer zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

Jungen in der Krise? So ticken sie

Jungen prügeln sich, stören den Unterricht, sind lustlos, desinteressiert und auffällig. Alles nur Klischee? Der Schweizer Psychologe Prof. Allan Guggenbühl ist der Meinung, Jungs haben sich in den letzten Jahrezehnten zu den Verlierern des Bildungssystems entwickelt. Bei seinem Vortrag erläutert er, warum Jungen in der Krise stecken.

Jungen bleiben doppelt so oft sitzen, fliegen doppelt so oft von der Schule und sind im Durchschnitt eine Note schlechter als die Mädchen. "In den letzten Jahrzehnten hat sich eine Pädagogik verbreitet, die nicht jungengerecht ist. Gleichberechtigung wird leider of mit Gleichheit verwechselt", erklärt Guggenbühl. In der Schule und Kindergärten würden in erster Linie soziale Kompetenzen belohnt, Zusammenleben solle möglichst nur harmonisch ablaufen und sei insgesamt zu sprachlastig. Guggenbühl berät in der Schweiz Schulen für einen jungengerechteren Unterricht.

Typisch Junge heißt nicht krank!

Stuhlkreis, Klassenrat und Konfliktgespräche sind seiner Erfahrung nach Methoden, mit denen Mädchen besser zurechtkämen. "Die verbreitete Erwartung in der Gesellschaft heißt heute, Jungen sollten sich von einem antiquierten Männerbild lösen." Sie sollen Gefühle zeigen, weniger aggressiv, dafür regelkonformer auftreten. Das ignoriere aber die Erkenntniss von Hirnforschung, Genetik und Psychologie, sagt er, denn "Verhalten ist nicht nur anerzogen. Jungen und Mädchen sind genetisch und hormonell nicht gleich, das beobachtet man bereits bei Föten im Mutterleib." Diese falsch verstandene Denke führe oft dazu, typische Jungencharakteristika als krankhaft zu deuten. Zwei Drittel der Patienten bei Kinder- und Jugendpsychiatern seien Jungen. Die vermeintliche Diagnose hieße of ADHS und neuerdings auch Autismus.

Jungen müssen provozieren

Für unterschiedliche Verhaltensweisen gibt es genügend Beispiele. "Nur wer provoziert, erfährt die Wahrheit", ist die männlich Strategie, um sich in einer neuen Klasse oder Gruppe einzufügen. "Mädchen suchen die Beziehung, Jungs wollen sich erst einmal präsentieren und beeindrucken. Sie stehen lässig in der Gruppe, demonstrieren nebenbei ihr Handy oder prahlen mit ihren sportlichen Fähikgeiten. Ihr Auftritt entscheidet über Position und Hierarchie in der Gruppe."

Reden ja, aber lieber über Sachen als Gefühle

Auch im Gebrauch der Sprache gibt es Unterschiede. Mädchen gehen anders mit Sprache um. Sie lernen von Beginn an eher Beziehungswörter und reden leicht über Alltags- und persönliche Themen. Sie sind empfänglich für das individuelle Gespräch. "Aber nichts ist schlimmer für den Sohn als wenn die Mutter nach der Rauferei auf dem Schulhof noch mal mit ihm darüber reden will, wie er sich so fühlt", sagt Guggenbühl. Damit seien Jungen oft überfordert, denn ihre Sprache sei eher objektorientiert und weniger geeignet für Beziehungsthemen. "Er kann dafür vielleicht sämtliche Spieler der Fußballbundesliga aufsagen." In der Pädagogik werde aber oftmals nicht diese besondere Fähigkeit, sondern das Defizit betrachtet. Dabei wäre das genau die jungenberechte Methode, um über Sachthemen auf die persönliche Gesprächsebene zu gelangen.

Im Traum zum Superstar

Das gelte auch für ihre Neigung zur Selbstüberschätzung, meint Guggenbühl und berichtet über einen Jungen aus seiner Praxis. "Wenn er ein schönes Tor geschossen hat, hat er sich direkt als Superstar gesehen. Das ist natürlich eine grandiose Selbstüberschätzung." Aber anstatt diese Fantasie lächerlich zu machen, könnte man die Energie doch auch als Ressource sehen, um realistische Ziele zu stecken.

Niemals "mir zuliebe"

Eine Erörterung im Deutschunterricht müsse nicht immer ein Literaturthema sein. Mit einem Sachthema wie Computer, Skateboards oder Weltall könne man bei Jungen echte Begeisterung wecken. Jungs akzeptierten Strafarbeiten besser, wenn sie darin einen Sinn sehen. Also lieber den Schulhof fegen als die Schulordnung abschreiben. Oder: "Warum bewegungsaktive Jungs nicht an einen Stehtisch stellen, statt sie zum Stillsitzen zu zwingen?".

Und sein Tipp für die Eltern: der Appell "Mir zuliebe" sei kein Argument, um Jungen zu motivieren die Küche aufzuräumen. "Jungen wollen keine Beziehungspunkte sammeln. Sie brauchen entweder klare Ansagen oder Verhandlungen mit triftigen Argumenten."

Christina Stefanou

Zum Weiterlesen: Allan Guggenbühl, Kleine Machos in der Krise. Wie Eltern und Lehrer Jungen besser verstehen. Herder 2011, ISBN: 978-3-451-06324-4, 8,95 Euro.

Mitwirkung bei der Erarbeitung des Leitbildes

Das Leitbild des WBG wurde von der gesamten Schulgemeinschaft diskutiert, in der Schulkonferenz beschlossen und bei einem Runden Tisch allen Interessierten der Schule vorgestellt.

Tastaturschreibkurs

Vor einigen Jahren wurde auf Initiative des Elternbeirats der Kurs „Computerschreiben in 4 Stunden“ auf den Weg gebracht.

Bau der neuen Turnhalle

Viele Jahre hat uns der Bau einer neuen Turnhalle beschäftigt. Mit Briefen an die Gemeinderäte, die Schulbürgermeisterin und den Oberbürgermeister haben wir wiederholt auf uns aufmerksam gemacht und an Sitzungen des Bezirksrats teilgenommen. Nun ist die Baustelle nicht mehr zu übersehen und wir freuen uns auf eine zweistöckige Turnhalle mit Gymnastikraum für das Jahr 2011.