Title: Der Fall Boger
Author: Marie Capel
Published: 19. November 2025
Last modified: 19. Januar 2026

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# Der Fall Boger

 Veröffentlicht am 19. November 202519. Januar 2026 von [Marie Capel](https://www.wagenburg-gymnasium.de/author/marie-capel/)

**Die Verfolgung der Verbrechen aus dem Nationalsozialismus**

Am Mittwoch, den 05. 11. 2025, hatten die an der Auschwitz-Gedenkfahrt partizipierenden
Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Zentrale Stelle für Nationalsozialistische
Verbrechen zu besuchen. Nach unserer circa einstündigen Anreise mit dem öffentlichen
Nahverkehr wurden wir von Herrn Kress in Empfang genommen, der neben seiner Tätigkeit
als Lehrer auch junge Gruppen durch die Stelle führt. Zuerst bekamen wir sehr anschaulich
und verständlich die juristischen Grundprinzipien der Bestrafung von Tötungsdelikten
erklärt, im Anschluss konnten wir diese auf das konkrete Beispiel eines Kriegsverbrechers
aus dem Zweiten Weltkrieg anwenden. Einstimmig wurde der SS-Soldat wegen Mordes 
verurteilt. Danach wurden uns das Gebäude und die schier unglaublichen Papiermengen
im Archiv gezeigt. Im Anschluss erläuterte der Guide uns, wie Ermittlungen an der
Stelle initiiert werden und dass die Bürokratie zwischen den Staatsanwälten immens
aufwendig ist, da alle aus unterschiedlichen Bundesländern stammen.

Danach bereiteten wir eine Verhandlung für den Fall Boger vor. Wilhelm Friedrich
Boger war ein Nazi aus Zuffenhausen, der in Auschwitz eine brutale Verhörmethode
praktizierte. Die Verhörten wurden an eine Stange durch die Kniekehlen gefesselt
und mit dem Kopf nach unten aufgehängt. Während der Befragung wurden sie bis zur
Ohnmacht geschlagen. Die Akten vom Fall Boger wurde auf sechs Gruppen aufgeteilt:
Eröffnung, Biografie, Belastungszeugen, Entlastungszeugen, Bewertung der Zeugen 
und Urteil. Eine Stunde hatten die Gruppen für die Vorbereitung ihrer Plädoyers 
Zeit, dann begann die Verhandlung.

Boger ließ sich am 01.12.1942 nach Auschwitz versetzen, wo er sich in die politische
Abteilung weiterversetzen ließ. Seine Biographie spricht für ihn, weil er einen 
Auftragsmord nicht durchführte und die Strafen in Kauf nahm. Außerdem pflegte seine
Frau mit Juden einen guten Umgang. Gegen ihn spricht, dass er schon 1930 in die 
SS eintrat und machtbesessen war. Einst war es sehr schwer, die Belastungszeugen
zu ermitteln, da der Prozess erst 15 Jahre später aufgenommen wurde. Die Opfer sind
an den Folgen der Folter verstorben und die meisten Zeugen haben nur Geräusche gehört.
Wer die Schaukel gesehen hatte, konnte die Schläge nicht bestätigen und die Opfer
starben erst Tage später, weshalb der Zusammenhang nicht eindeutig zu beweisen war.
Es war beeindruckend, wie gewissenhaft die Schüler den Prozess führten. Doch dann
forderte Herr Kress einen Freispruch, was die verbleibenden Gruppen verwunderte.
Doch halt. Die Entlastungen waren vor allem die Geschichten von Boger selbst, der
keine Namen zu dem Fall nennen konnte. Sehr dubios. Mehr wollen wir von dem Krimi
nicht verraten. Natürlich löste Herr Kress nach der Urteilsverkündung den Fall noch
für uns auf.

Hier unser ganz herzlicher Dank an Herrn Kress, sowohl für die Einblicke in die 
Geschichte als auch für das Nachspielen des Prozesses im Fall Boger.

Text und Bilder: Christoph Eith, Théo Weber und Axel Nothardt

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![Zwei Jugendliche arbeiten konzentriert an einem Tisch mit Papier und Bastelmaterialien](
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![Zwei Jugendliche arbeiten konzentriert zusammen an einem Tisch mit bunten Textmarkern](
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![Drei junge Frauen stehen nachdenklich vor bunt beschrifteten Plakaten im Klassenraum](
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![Zwei junge Personen stehen vor einem Plakat und unterhalten sich angeregt](https://
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