Title: Dachau-Exkursion
Author: Marie Capel
Published: 24. Juli 2024
Last modified: 6. Januar 2025

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# Dachau-Exkursion

 Veröffentlicht am 24. Juli 20246. Januar 2025 von [Marie Capel](https://www.wagenburg-gymnasium.de/author/marie-capel/)

Wir haben mit den Klassen der neunten Stufe sowie Frau Blangero, Frau Felsmann und
Herrn Richthofer das Konzentrationslager in Dachau bei München besucht.
Es war das
erste Lager, welches in Deutschland errichtet wurde und diente deshalb als Vorbild
für viele weitere. Kurz vor der Befreiung waren hier circa 32.000 Menschen untergebracht.
Aus dieser Erfahrung konnten wir viel über den schrecklichen Alltag der KZ-Insassen
lernen und uns ihr Leben besser vorstellen.Nach der etwa dreistündigen Fahrt sind
wir in Dachau angekommen. Das Gebiet um uns herum war eher ländlich und fernab der
Innenstadt Münchens. Nichts wies darauf hin, dass eines der größten menschlichen
Verbrechen hier seinen Anfang gefunden hat.

![Eiserne Tor mit Aufschrift "Arbeit macht frei" in einem historischen Gebäude, 
helle Steinwände.](https://www.wagenburg-gymnasium.de/wp-content/uploads/sites/10618/
2025/01/D3-1-e1736149654617.jpg)

Unser Rundgang hat mit einer Einführung in die im Konzentrationslager geltenden 
Regeln begonnen, denn da dies eine Gedenkstätte für das Leid unzähliger Menschen
ist, galt es, sich respektvoll zu verhalten und den Erzählungen des Guides mit Ehrfurcht
zu begegnen.

Unsere erste Station war der sogenannte Appellplatz, auf welchem regelmäßige Zählungen,
Züchtigungen und Erniedrigungen der Insassen stattfanden. Um diesen zu betreten,
sind wir durch ein Tor mit der Aufschrift „ARBEIT MACHT FREI“ gegangen. Zu dieser
Inschrift hat uns der Guide erklärt, dass sie nur als Verhöhnung und Provokation
diente und keineswegs der Wahrheit entsprach, denn egal wie hart sich die Gefangenen
abmühten und anstrengten, sie kamen nicht frei. Wären wir vor 90 Jahren durch dieses
Tor gegangen, hätten wir statt Interesse wohl eher Todesangst, Bedrückung und den
Drang nach Freiheit verspürt.

Von dem Hof aus hatten wir einen guten Blick über unsere nächsten Stationen. Links
von uns befand sich die Lagerstraße, ein langer gerader Weg, welcher rechts und 
links von Baracken umgeben ist. Rechts von uns konnten wir das Wirtschaftshaus und
weiter hinten das Lagergefängnis für Häftlinge erblicken.

Uns wurde erzählt, dass auf dem Appellplatz zweimal am Tag Appelle stattfanden, 
um die Häftlinge zu zählen. Doch auch der Willkür und Schikane der Wärter wurden
hier keine Grenzen gesetzt, denn teilweise mussten die Häftlinge stundenlang und
bei jedem erdenklichen Wetter draußen in Reih und Glied aufgestellt ausharren, immer
mit der Befürchtung, dass ein Wärter aus Langeweile, Wut oder purer Willkür auf 
sie einschlägt. Trotz der heißen Temperaturen an dem Tag unserer Exkursion konnten
wir uns nicht im Geringsten die Qualen der Gefangen vorstellen.

Anschließend sind wir in Richtung der Baracken gelaufen. Dabei hat der Guide erklärt,
dass die Häftlinge nicht alle gleich gekennzeichnet waren, sondern durch einen Winkel
an ihrer Kleidung erkennbar war, zu welcher Gruppe Gefangener sie gehörten. Rote
Winkel standen beispielsweise für politische Verbrecher, welche den Großteil der
Gefangenen ausmachten, grün hingegen bedeutete Berufsverbrecher.

Die Baracken sind nicht erhalten geblieben, weshalb zwei davon nachgebaut wurden,
um den Besuchern die verschiedenen Phasen der Unterbringung der Häftlinge von der
Eröffnung bis zu Schließung des Konzentrationslagers zu veranschaulichen. 
Insgesamt
säumten vierunddreißig Baracken die Lagerstraße, siebzehn auf jeder Seite.  Allgemein
kann man den Verlauf der Lebensumstände in diesen Unterbringungen als stetig sinkend
beschreiben: In den für etwa 100 Insassen vorgesehenen Gebäuden lebten zum Schluss
fast 1000 Menschen, was extreme Enge, die schnelle Ausbreitung von Krankheiten und
kaum Hygiene zusätzlich zur allgegenwärtigen Insektenplage zur Folge hatte. Im Winter
wurde nicht geheizt, außerdem trug man immer dieselben Kleider, unabhängig von Wetter
und der Temperatur, ob man arbeitete oder schlief.

Im Zuge dessen wurden uns auch Originalbilder aus der Zeit, in welcher das Konzentrationslager
aktiv genutzt wurde, gezeigt. Der Guide hat uns ebenfalls den Lebensalltag der Gefangenen
geschildert: morgens bei Sonnenaufgang aufstehen, dann gab es den ersten Zählappell
auf den Hof. Anschließend ging es für sechs Stunden an die Arbeit, daraufhin gab
es eine knappe Stunde Mittagspause und wieder fünf Stunden Arbeit. Am Abend wurden
alle nochmal auf dem Appellplatz versammelt und schließlich in die Baracken geschickt,
um zu schlafen. Der Alltag der Insassen ließ keinen Raum für Freizeit, Spaß oder
Privatsphäre, was uns alle nochmal die Härte und Unerbittlichkeit dieser Lager vor
Augen geführt hat.

Nach den Baracken sind wir in das ehemalige, noch original erhaltene Wirtschaftsgebäude
gegangen, was jetzt als Museum dient. Dort haben wir viel über die Zielgruppen der
Nationalsozialisten, aber auch über konkrete Schicksale von Insassen erfahren. Durch
die Schilderung ihres Lebens konnten wir uns noch besser vorstellen, wie die Menschen
sich an diesem schrecklichen Ort fühlten, das zuvor Gehörte über die Lebensumstände
auf reale Leben übertragen und Parallelen zwischen Fakten und Beispielen in den 
Geschichten der Menschen erkennen.

Das Krematorium war unsere vorletzte Station. Es umfasst drei Räume und durch Bilder
an der Wand, welche die Vorgänge hier zeigen, war es leichter, sich vorzustellen,
was mit den Leichen geschah, auch wenn einige Abbildungen erschreckend sind.

Zum Schluss haben wir uns zu Denkmälern begeben, die als Erinnerung an die Schrecken
und Verbrechen dienen. So steht an einer Wand „NIE WIEDER“ in verschiedenen Sprachen
und es sind zahlreiche Blumenkränze an einer Mauer aufgereiht. Die Mahnmale und 
das gesamte Gelände erinnern uns an diese Zeit der Dunkelheit, an das Leid und die
Angst der Gefangenen, doch vor Allem sorgen Sie dafür, dass eine solche Misshandlung
von Menschen sich nie wieder so ereignet; und das ist auch richtig so, denn „wer
die Vergangenheit vergisst, ist verdammt, sie zu wiederholen“ (George Santayana).

Text: Christoph 9b und Leila 9c

![Kunstwerk mit bunten Metallsternen und Dreiecken, an einer grauen Wand, sonniger
Tag.](https://www.wagenburg-gymnasium.de/wp-content/uploads/sites/10618/2025/01/
D2.jpg)

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