Verabschiedung von Herr Mödinger

Wer Herrn Mödinger im Schulhaus antraf, sah ihn immer gut gelaunt. Hin und wieder pfiff er eine Melodie und war immer zum Schwätzen aufgelegt. Gelassen ging er durch das Schulhaus und hatte dabei alles im Blick. Für ihn war es selbstverständlich, dass er jeden grüßte und er gab jedem von uns das Gefühl, dass er sich freut, ihn in seiner Schule anzutreffen. Niemand kennt diese Schule so gut wie er, so konnte er sie auch als „seine Schule“ betrachten. Obwohl es in den alten Gemäuern immer zu tun gab, freute es ihn, wenn man ihn um Rat und Tat fragte. Egal, ob er ein Bild aufhängen, einen Tisch reparieren oder was auch sonst in Ordnung bringen sollte, er erledigte jeden Auftrag sofort. Manchmal hatte man das Gefühl, dass es ihn besonders freute, wenn Schülerinnen oder Schüler ihn um seine Hilfe baten. Beim Schulball dachte er daran, die Abdeckungen für den Boden zu organisieren, die Dekogruppe hob er mit dem Steiger an die Turnhallendecke und er richtete die Turnhallentechnik, wenn die Technikgruppe alles verstellt hatte. Einige Schüler gingen einfach zu ihm, um mit ihm ein Schwätzchen zu halten Herr Mödinger strömt stets Ruhe, Gelassenheit, Freundlichkeit und Beständigkeit aus. Keiner von uns konnte sich vorstellen, wie das Wagenburg ohne ihn sein wird. Es fiel uns nicht leicht, ihn zu verabschieden. Bei der Vollversammlung zu seiner Verabschiedung spielte die Miniband und die Schulleitung, der Elternbeirat und die SMV würdigen seine Arbeit in Reden.

Die SMV war sich einig, dass er seinen Ruhestand auch verdienen musste, indem er in einem Wettbewerb gegen Lehrer und Schüler antrat. Als erstes wurden ihm Fotos von verschiedenen Gegenständen und verschiedenen Örtlichkeiten gezeigt und er musste erraten, wo im Schulhaus sie fotografiert worden waren. Da wir alle wussten, dass der VFB sein Lieblingsverein ist, wurden ihm schwierige Fragen zu Mitgliedern der Mannschaft und zu wichtigen Siegen und Niederlagen gestellt. Die letzte Disziplin nahm „Schlagt den Mödinger“ fast wörtlich. Fünf dicke Nägel mussten mit dem Hammer bis zum Kopf in einen dicken Balken geschlagen werden. Das schaffte er viel schneller und vollständiger als wir. Er hat nicht nur Nägel eingeschlagen er hat auch uns in dem ganzen Wettkampf mit großem Abstand geschlagen. Ein VFB – T-Shirt, auf dem die ganze SMV rund um die Ziffern 22 unterschrieben hatte, die für die 22 Jahre stehen, in denen er das Wagenburggymnasium betreute, soll ihn immer wieder ans uns erinnern.

Herr Mödinger, sie werden uns sehr fehlen.

Axel Nothardt