                     |
 |
Am Morgen des 17. Mai 2010 traf sich der Physikkurs nach vorangegangen Diskussionen über die Fahrtroute und die Art der Verpflegung dann doch relativ pünktlich um 8 Uhr vor dem Wagen-burggymnasium, um die Fahrt in die Schweiz bzw. zuerst nach Frankreich anzutreten.
|
Als wir nach knapp 7 stündiger Fahrt mehr oder weniger gleichzeitig an der ersten Station unserer Route, dem Hochfeldmagnetlabor in Grenoble, ankamen erwartet uns schon unser Führer, selbst Forscher am LNCMI (Laboratoire National des Champs Magnétiques Intenses), welcher sogar aus Stuttgart stammt und sein Abitur am Wilhelmsgymnasium in Degerloch absolvierte, wie er uns stolz verkündete. Nach einer kurzen Einführung in die Tätigkeit des LNCMI und einem modellhaften Überblick über die Forschungseinrichtung begaben wir uns in den Keller, wo wir die Magnete und ihre Versorgungseinrichtungen besser, als in den eigentlichen Forschungszellen begutachten konnten. Sehr beeindruckend waren dabei vor allem die Stromversorgungs- und Kühlungseinrichtungen, welche sehr ausfallsicher und zuverlässig arbeiten müssen, da es sonst zu einem unkontrollierten überhitzen der Magnetspule bis hin zum Schmelzen der selbigen kommen kann. Sehr treffend war außerdem der Vergleich, mit welchem uns unser Führer die Leistung des stärksten Magneten zu verdeutlichen suchte: Allein mit der Wärmeenergie, die beim Erzeugen des Magnetfeldes frei wird, kann man ca. 800 Tassen Kaffee in der Sekunde kochen. Weiterhin begaben wir uns außerdem noch in die Leitwarte der Forschungseinrichtung, in der die Magnete und die Stromzufuhr aus dem Netz der EDF überwacht werden. Nachdem hier die Vorzeigetaug-lichkeit der Drehstühle von einigen Kursteilnehmern ausführlichst unter die Lupe genommen worden war, begaben wir uns als letzte Station noch in eine Halle, in welcher der Strom aus dem öffentlichen Netz gleichgerichtet und an die Magnete weitergeleitet wird.
|
Den Abend ließen wir daraufhin mit einem Abendessen, an dem auch der Führer aus dem LNCMI teilnahm, in einem hervorragenden Fondue-Restaurant und einem anschließenden Verdauungs-spaziergang durch Grenoble ausklingen und begaben uns daraufhin in unser Hostel in Genf, welches wir pünktlich, kurz vor Rezeptionsschluss, erreichten.
|
Am nächsten Morgen ging es nach einer relativ kurzen Nacht und einem knappen Frühstück weiter nach Meyrin, wo wir das europäische Kernforschungszentrum CERN besuchten. Nach der Anmeldung an der Rezeption trafen wir kurz darauf unseren Führer für den Tag, ein ehemaliger Professor am CERN, welcher nun in Ruhestand ist, als „Hobby“ aber weiterhin Besuchergruppen durch das CERN führt. Wir begaben uns also zunächst in den Konferenzsaal, wo uns mit Hilfe eines Filmes die Arbeit der Forscher am CERN vorgestellt wurde. Ergänzt wurden die Infos aus dem Film durch einen Vortrag unseres Führers, in welchem uns der LHC und die Bedeutung des Projektes für die moderne Teilchenphysik näher gebracht wurden. Sehr beeindruckend waren hierbei zum Einen die Komplexität der Denkansätze sowie die Tragweite des Projektes, welche dazu führen würde, dass man die heutigen physikalischen Grundgesetze komplett überdenken müsste, sofern das Higgs-Teilchen nicht gefunden wird, wie uns unser Führer erklärte.
|
Im Anschluss an diesen Vortrag fuhren wir mit dem Bus zum Kontrollzentrum des ATLAS-Detektors, in welchem die aufgezeichneten Daten des Detektors weiterverarbeitet und teilweise auch ausgewertet werden. Da allerdings die aufgezeichnete Datenmenge riesige Dimensionen erreicht und somit am CERN nicht genügend Speicherplatz vorhanden ist, werden die Daten über ein eigenes Forschungsnetzwerk das so genannt WWG (World Wide Grid) auf der ganzen Welt verteilt gespeichert, gespiegelt und anderen Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt.
|
Daraufhin fuhren wir abermals mit dem Bus zu einer Werkhalle, in der die Beschleunigerröhren zusammengebaut und anschließend geprüft wurden. Hierbei wurde nochmals deutlich, wie akribisch die Wissenschaftler und Techniker arbeiten müssen, um die Messergebnisse durch Un-genauigkeiten beim Zusammenbau des Beschleunigers nicht zu verfälschen bzw. gar unbrauchbar zu machen. Bei dieser Gelegenheit erfuhren wir auch noch, dass der Tunnel, in welchem sich der LHC befindet, für die Öffentlichkeit und auch für ein Großteil der Wissenschaftler nicht zugänglich ist, weil das System mit Helium gekühlt wird, welches leichter als Luft ist, und somit bei einem Austreten jegliche Luft im Tunnel verdängen würde, sodass die Wissenschaftler, den Tunnel nur mit einer speziellen Schulung und Sauerstoffmasken betreten dürfen. Im Anschluss an diese Führung gingen wir zum Mittagessen in die Kantine des CERN und fuhren daraufhin wieder zurück zu unserem Hostel in Genf. Dort verbrachten wir den restlichen Mittag mit eine lockeren Sightseeingtour durch Genf und einem Spaziergang am Ufer des Genfer Sees.
|
Am nächsten Tag beendeten wir unsere Exkursion mit einem Besuch im Technikmuseum Technorama in Winterthur.
Die Ausstellung behandelt anschaulich und interaktiv verschiedene Themen der Physik, darunter z.B. Magnetismus, Elektrizität, Mechanik und Licht. Besonders interessant war dabei die Vorführung „Megavolts und Kiloamps - die Naturgeschichte eines Blitzes“, bei welcher mit Hilfe eines Wimshurst-Maschine Blitze mit einer Spannung von 500.000 Volt erzeugt wurden. Highlight der Vorführung waren allerdings die „Blitze zum Anfassen“: Mit Hilfe einer Teslaspule wurden bis zu 3 Meter lange Blitze bei einer Spannung von 1,2 Mio. Volt erzeugt, welche die Zuschauer, geschützt durch einen Faraday‘schen Käfig und Gitterhandschuhe, anfassen konnten.
Mein persönliches Highlight war jedoch das Ferrofluid. Eine magnetische Flüssigkeit, welche von einem regulierbaren Elektromagneten angezogen wird und dabei verschiedenste Formen und Drehungen annimmt. Alles in allem war es eine wirklich sehr schöne und spannende Exkursion, auch wenn die Fahrt mich im Voraus etwas verunsichert und abgeschreckt hatte. Allerdings finde ich es schade, dass wir erst so spät am LNCMI ankamen, und deswegen nur sehr wenig Zeit für die Führung hatten.
Die Bilder wurden mit freundlicher Genehmigung des Technikmuseums Technorama Winterthur übernommen.
  kAmps und die Dose
|
  Ferromagn. Fluid
|
  Fassade
|
  Knallgasexplosion
|
  Jedi-Knight
|
  Feuertornado |
|

|
|
|
Beispiel: Latein +AG um nach beiden Worten zu suchen
|
|