Beautiful Losers Leonard Cohen Klassiker

Swing-, Jazz- und Pop -Legenden              

Konzertabend am Wagenburg Gymnasium

27. Januar 2017 -  Wer der Einladung des Fördervereins gefolgt ist und ans Wagenburg Gymnasium kam, hatte doppelten Genuss: Er konnte bei Ausschnitten aus der Südafrika Tournee der WBG-Big Band mitswingen und er wurde begeistert von Hanna Plaß, die Klassiker der Pop-Legende Leonard Cohen sang.

Zu einem besonderen Konzertabend hat der Förderverein Association des Wagenburg Gymnasiums eingeladen.  Die Big Band unter der Leitung von Philip Hackert spielte Stücke aus der letztjährigen Südafrika-Tournee und die Sängerin und Schauspielerin Hanna Plaß brachte gemeinsam  mit dem Posaunenchor der Christuskirche „Beautiful losers“, eine Hommage an den kanadischen Sänger Leonard Cohen auf die Bühne.

Die Bigband bereitet sich vor

„An der Schule ist es so, man begeistert junge Menschen zum Musizieren, sie üben, und machen riesige Fortschritte bis sie weit oben angelangt sind, und dann muss man sie irgendwann auch wieder ziehen lassen“, eröffnete Philipp Hackert den Abend mit der WBG-Big Band und Nachwuchsband. Wieviel Mut dazugehört, vor Publikum sein erstes Jazzsolo zu improvisieren und wie großartig die Truppe zusammenspielen kann, zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker an diesem Abend. Die Älteren waren im letzten Frühjahr auf Konzertreise in Südafrika, wo sie unter anderem in Townships für Schulkinder musizierten. Mit Klassikern wie Oye como va, Pick up the pieces und Aretha Franklins Respect haben sie Teile aus ihrem Programm speziell für diesen Konzertabend nochmals einstudiert.

Anschließend an den swingenden Auftakt gab es leisere, melancholische Töne. Leonard Cohen hat weltberühmte Songs geschrieben und gesungen. „Suzanne“ ist einer seiner bekanntesten und mit „Halleluja“ auch der am häufigsten gecoverte. Er handelt von einer jungen Tänzerin, die Cohen Ende der sechziger Jahre in einem Club in Montreal kennengelernt hat. Mit „Suzanne“ hat Hanna Plaß dann auch den zweiten Teil des Abends eröffnet. Die Sängerin und Schauspielerin des Stuttgarter Schauspielensembles  wurde belgeitet vom Posaunenchor der Christuskirchengemeinde Gänsheide unter der Leitung von Christof Schmidt.

Die Bigband des Wagenburg- Gymnasiums

Hanna Plaß erzählte an diesem Abend Geschichten und Anekdoten vom Leben des großen Künstlers, der im letzten Jahr verstarb. Von seinen komplizierten Liebesbeziehungen, seinen Frauen und seinen dunklen Seiten, seinen Ängsten, Depressionen und Drogen. Er wurde 1934 in Kanada, Montreal als Sohn einer jüdischen Familie geboren, wollte zunächst Schriftsteller werden und entdeckte später seine Leidenschaft für die Musik. Seine melancholischen und poetischen Songs haben eine ganze Generation bewegt.

Viele Frauen seien in Cohen verliebt gewesen, viele habe er verehrt, aber er habe es nie lange bei einer ausgehalten, erzählte Hanna Plaß. Immerhin - vielen hat der Songwriter und Lyriker einen Song gewidmet. „So long Marianne“ galt seiner großen unglücklichen Liebe. In die Norwegerin hat er sich auf der griechischen Insel Hydra unsterblich verliebt. Leider war sie verheiratet. Mit Janis Joplin hat er eine Nacht - vielleicht waren es auch mehrere - im legendären New Yorker Hotel Chelsea verbracht. Der gleichnamige Song erschien kurz nach ihrem Tod.

Schulleiterin Petra Wagner, Bernhard Herp vom Posaunenchor und Förderverein und die Schauspielerin und Sängerin Hanna Plaß

Charmant, emotional und stimmgewaltig trotz Erkältung, interpretierte Plaß die Songs auf ihre eigene Weise. Die Begleitung vom Posaunenchor erzeugte ganz besondere Spannung und bot auch einige Überraschungen.  Als Plaß „Take this Waltz“ anstimmt und zum Mittanzen aufforderte, ließen sich Musiker und Besucher nicht lange bitten und drehten sich im Dreivierteltakt. Zwischen den Songs erzählten sie von den Erinnerungen, die sie mit Cohen verbinden. Und nicht nur das, einige besuchten früher die damalige Wagenburgschule. Spontan berichteten sie von ihren Erinnerungen und Streichen aus der Schulzeit: „Weil die Turnhalle nicht groß genug für uns alle war, wurde zum Sportunterricht immer ein Teil nach draußen geschickt. Das haben wir natürlich gern gemacht, denn die Turnhalle hatte damals noch keine Fensterfront zum Hof hin und so konnten wir auf dem Mäuerle sitzen und heimlich rauchen“, erzählt einer. Ein anderer erinnert sich an eine Lehrerin, die „sehr alt war und immer sehr müde. Wenn man seine Klassenarbeit zurückbekam, ging oft ein roter Strich über die ganze Seite. Das war wohl der Moment, an dem sie beim Korrigieren eingeschlafen war.“ 

Ein Cohen-Abend kann nicht zu Ende gehen, ohne „Halleluja“, hier in einer reinen Bläserversion mit dem Refrain zum Mitsingen. „Ich habe das Programm schon im Schauspiel-Nord gesehen“, sagte eine Besucherin, „es war eines der Besten, das ich letztes Jahr besucht habe.“ Dieser Meinung schlossen sich auch die Konzertbesucher am Wagenburg Gymnasium an.

Christina Stefanou